| ... Dass ich kein Ausländer in Deutschland bin, wollten sie gar nicht so recht verstehen. Hier sage ich noch mal, ich bin zwar Türke, der seit zwanzig Jahren in Deutschland wohnt und lebt, aber Ausländer war ich höchstens in der ersten Woche, weil mir damals noch nicht ganz klar war, ob ich in Deutschland bleiben werde. Das Ausländergesetz, dem ich fälschlicherweise unterworfen bin, ich weiß wirklich nicht warum, hat mal den Ausländer so definiert: "Der Ausländer ist derjenige, der sich vorübergehend in Deutschland aufhält." Mich kann dieses Gesetz genauso wenig gemeint haben wie 4,6 Millionen Menschen mit mir. Die meisten von uns leben über zehn Jahre in Deutschland und haben nicht vor, in den nächsten zwanzig Jahren in die gewesenen Heimatländer zurückzukehren. Im Gegenteil. Viele haben hier Häuser gekauft, zigtausend ausländische Betriebe investieren zig Millionen DM und schaffen Arbeitsplätze auch für die Deutschen. Nach dem Gesetz sind beispielsweise Japaner und Amerikaner Ausländer. Sie kommen für bestimmte Zeit nach Deutschland, besaufen sich auf dem Oktoberfest, pinkeln an die Wände des Schlosses Neuschwanstein und verschwinden wieder. Oder Manager fremder Firmen: Sie werden vorübergehend nach Deutschland geschickt und nach einer Weile wieder zurückgerufen. Die Ausländerfeindlichkeit, vor der meine Deutschen mich schützen wollen, betrifft diese Japaner und Amerikaner, weil sie eigentlich die wahren Ausländer sind, aber doch nicht uns. Das wissen bloß die aufrechten deutschen Jungs nicht, es sagt ihnen nämlich keiner. |