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Andi ist 25. Er hat in
einer kleinen Reparaturwerkstatt eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker
gemacht. Nach der zehnten Klasse ist er von der Schule abgegangen. "Ich
hatte die Nase voll von der ewigen Lernerei. Die Penne hing mir zum
Halse raus. Ich wollte praktisch arbeiten und endlich Geld verdienen."
Der Zivildienst kam direkt nach der Ausbildung. Andi hatte Glück, und er
konnte in seinem alten Ausbildungsbetrieb als Geselle weiterarbeiten. Er
hatte kein allzu gutes Verhältnis zu seinem Chef, aber er war froh,
überhaupt einen Arbeitsplatz zu haben. Nach zwei Jahren wurde Andi
gekündigt.
"Am Anfang war das mit der Arbeitslosigkeit ja noch nicht so schlimm. Im
Gegenteil, ich hatte ein bißchen gespart; und ne Zeitlang mal gar nichts
zu tun war ganz cool. Doch als meine Ersparnisse alle waren, und ich nur
noch von der Stütze leben mußte, da wurde es ganz schön eng. Wohnung,
Auto, Freundin, mal in den Urlaub fahren; das war finanziell nicht mehr
zu machen.
Zurück zu meinen Eltern
wollte ich nicht. Die haben mir eh immer nur Vorwürfe gemacht: "Hätteste
man das Abi gemacht, oder dich im Beruf weiterentwickelt ..." Und mein
Vermieter, der wollte natürlich regelmäßig die Miete sehn. Der hatte
kein Verständnis, wenn ich mit der Kohle nicht rüberkam. Irgendwann fing
ich dann das Saufen an. Und dann war auch ganz schnell die Wohnung weg.
Mittlerweile lebe ich bei meiner neuen Freundin und liege ihr auf der
Tasche. Nicht, daß ich nichts für sie tue; ich mache den Haushalt und
halte die Wohnung in Schuß. Aber ansonsten ist mein Leben ziemlich
trostlos. Wenn Elke von der Arbeit kommt und mich fragt, wie mein Tag
gewesen ist, dann zucke ich nur mit den Schultern. Was hab ich schon zu
erzählen. Mit meinen Kumpeln ist es genauso. Die sehe ich überhaupt
nicht mehr.
Aber am schlimmsten ist das mit dem Job. Meine Hoffnung auf eine Stelle
als Kfz-Mechaniker geht gegen Null. Mein Abschluß damals war nicht so
doll. Ich hätte wohl mehr tun sollen; Weiterbildung und so.
Wahrscheinlich bin ich selber schuld
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